Kahnsdorfer See soll Pleiße säubern

Die Verunreinigung der Pleiße mit Eisen und Sulfaten ist vor allem in trockeneren Zeiten, wenn wenig Wasser abfließt, südlich von Leipzig an einer gelb-braunen bis orangefarbenen Eintrübung zu beobachten. Das Phänomen ist eine Folge des Grundwasseranstieges nach dem Auslaufen der alten Tagebaue.

Früher wurde das Grundwasser rund um die Tagebaue künstlich abgesenkt. Weil das nicht mehr geschieht, steigt das Grundwasser jetzt großflächig an, so dass sich „langfristig natürliche Grundwasserströmungsverhältnisse einstellen“, wie LMBV-Sprecherin Claudia Hermann erklärt.

Mittlerweile sei das Grundwasser so hoch, dass es zu einer „hydraulischen Kopplung mit den oberirdischen Gewässern“ komme, sagt Hermann. Dadurch wiederum werde saures, eisen- und sulfathaltiges Grundwasser aus den Kippen in die Pleiße gespült. Abgesehen von der Färbung haben die Stoffe negative Auswirkungen auf alles Leben in der Pleiße. Sie beeinträchtigen Wasserpflanzen genauso wie Kleintiere im Flussboden und Fische. Außerdem könnten Sulfate im Wasser langfristig Brückenbauwerke schädigen.

Durch Messungen weiß man bei der LMBV, wo die Pleiße die meisten schädlichen Frachten aufnimmt. Nämlich zwischen der Mündung der Wyhra in die Pleiße (zwischen Lobstädt Großzössen) und dem Trachenauer Wehr am Südrand des Röthaer Stausees.

„In diesem Abschnitt wurde die Pleiße in den 1960er Jahren direkt über die Kippe und entlang der Kippe des Tagebaus Witznitz II verlegt“, sagt LMBV-Sprecherin Hermann. Studien würden nun besagen, dass 98 Prozent des Eiseneintrages in die Pleiße aus eben dieser Witznitzer Kippe kommen. Laut Berechnung seien das derzeit im Durchschnitt immerhin 1000 Kilogramm, also eine Tonne pro Tag. Die Studien prognostizieren zudem einen nur sehr allmählichen Rückgang dieser Menge. In gut 80 Jahren würden es noch 750 Kilogramm Eisen am Tag sein, weitere 300 Jahre später immer noch 250 Kilo.

Angesichts dieser Zahlen strebt die LMBV laut Hermann eine „sichere, dauerhafte und ökonomische Lösung“ zur Reinigung der Pleiße an. Nachdem mehrere andere Varianten mangels Effektivität verworfen wurden oder bestenfalls begleitend zum Tragen kommen sollen, soll nun der Kahnsdorfer See als eine Art natürliche Eisenfalle dienen.

Dazu könnte, skizziert Claudia Hermann die Überlegungen, die Pleiße oberhalb des Trachenauer Wehres in den See und unterhalb wieder zu ihrem Bett zurück geführt werden. Im See sollen sich die Eisenhydroxidschlämme ablagern. Das auf diese Weise gereinigte Wasser würde in der Pleiße weiter fließen.

Die LMBV geht das aufwendige Projekt langfristig an. In den zurückliegenden Wochen wurde per Ausschreibung ein Planungsbüro gefunden. In die jetzt folgende Vorplanung will die LMBV die Landestalsperrenverwaltung, den Zweckverband Witznitzer Seen, Anliegerkommunen, Eigentümer und Behörden einbeziehen. Die Vorplanung soll laut Hermann „wahrscheinlich Ende 2017“ vorliegen.

LVZ v. 04.11.2016

Veröffentlicht am 04.11.2016

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