Rückblick - Vökerschlachtgedenktag des Heimatvereins

Aus den Geschichtsbüchern geht hervor, dass das Röthaer Schloss 1813 als Hauptquartier für die alliierten Monarchen diente, die gegen Napoleon kämpften – Russlands Zar Alexander I., Österreichs Kaiser Franz I. und Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. – berichtet die Vereinschefin. „Drei Tage war hier der Nabel Europas“, hebt sie das Ereignis hervor, bedauert aber zugleich, dass diese Historie, obwohl verbrieft, nicht so recht bekannt ist. Selbst Clemens Metternich, österreichischer Diplomat und Staatsmann, soll den Chroniken zufolge in Rötha in den Fürstenstand erhoben worden sein.

Für solche Exkurse in die Vergangenheit sind die Mitglieder des Heimatvereines der richtige Ansprechpartner. Selbst in der Satzung ist die Bewahrung der Historie um die Völkerschlacht mit aufgenommen. Zum Museumsfest und anderen Anlässen wie jene in Liebertwolkwitz „Ein Dorf im Jahre 1813“ sind die Vereinsmitglieder in den Uniformen der drei Monarchen jener Zeit mit dabei.

Detlef Wallasch wandelte als Friedrich Wilhelm III. über das Festgelände. „Es ist schon interessant in jene Zeit abzutauchen, die historisch ihre Bedeutung hat“, hebt er hervor. Dabei geht es ihm nicht nur um die Darstellung des Preußenkönigs jener Zeit, vielmehr ist für Wallasch die gesamte Geschichte darum bedeutsam. „Ich befasse mich mit der Historie um die Völkerschlacht, die viele aufschlussreiche Einblicke bietet.“

Schmiedemeister Erwin Liittmann (li.) aus Wiederau gab den Festbesuchern knifflige Aufgaben zu lösen. Zwei verbundene Eisenteile sollten voneinander gelöst werden. René Beuckert

Die Mitglieder des Heimatvereins bleiben dabei keinesfalls nur unter sich, denn sie suchen die Begegnung mit anderen Vereinen, die sich mit der Völkerschlacht beschäftigen. Bettina Wallasch erklärt: „Es hat eine Weile gedauert, bis die Kontakte hergestellt waren. Hauptsächlich freut es mich, dass von Rötha aus die Szene des Patrouillenreitens aus der Zeit 1813 nachgestellt werden konnte. Vielleicht haben wir kommendes Jahr wieder die Möglichkeit dazu“, hofft sie.

Viele Neugierige lockte am Sonnabend auch das Schmiedefeuer und das Schlagen des Hammers auf den Amboss an: Erwin Littmann aus Wiederau war mit seiner Feldschmiede zu Gast. So manches geschmiedete Eisen gab den Besuchern Rätsel auf, denn die scheinbare feste Verbindung zweier Teile galt es zu lösen – eine knifflige Angelegenheit. Jörg Hausschild hatte den Schmiedemeister bei der Vorführung genau beobachtet. Schon nach geraumer Zeit hielt er beide Teile in der Hand. „Ich finde es gut, dass vor allem die Kinder einmal sehen, wie früher aus einem Stück Eisen Teile geschmiedet wurden. Das sieht man heute nicht mehr so oft“, stellt er fest.

Zahlreiche Vereine brachten sich in das Festgeschehen mit ein. Die Mitglieder des Sportvereins boten beliebte Spiele wie Büchsenwerfen an. „Bei uns wird der Sieger mit frischem Obst und Gemüse belohnt, zumal wir als Sportverein für eine gesunde Lebensweise stehen“, lacht Monika Blüthner.   LVZ v. 09.10.2017

Veröffentlicht am 11.10.2017

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