Wird Kesselshainer Wasser weicher und teurer?

Das Wasser aus dem Wasserwerk Kesselshain hat einen Härtegrad von 23 Grad Deutscher Härte (°dH) und fällt damit deutlich in die oberste von drei Härtestufen, mit denen Trinkwasser in Deutschland eingeteilt wird. Stufe 1 reicht von 0 bis 8,4°dH, Stufe zwei bis 14. Alles, was darüber liegt, wird in Stufe drei eingeteilt. Das Fernwasser, welches der ZBL bezieht und im nördlichen und westlichen Teil des Verbandsgebietes verkauft, liegt mit durchschnittlich 12,7°dH im Härtebereich zwei.

In Deutschland werde auch Trinkwasser mit 50 °dH verkauft, sagte Michael Seifert vom Leipziger Ingenieurbüro Fichtner in der Verbandsversammlung. einen gesetzlich festgelegten Höchstwert gebe es nicht. Das mag daran liegen, das hartes, also kalkhaltiges Wasser für die Gesundheit eher vorteilhaft sei, negativ dafür, wie Fichtner sagte, im technischen Sinne. Das Problem kennen viele, die hartes Trinkwasser beziehen: Wasserkocher, Kaffee- und Spülmaschinen verkalken früher, müssen häufiger gereinigt werden und erleiden schlimmstenfalls eher Defekte.

In die Waschmaschine muss mehr Waschmittel gegeben werden. Wobei Fichtner das relativierte: In Amerika werde bei Wasserhärte drei immer noch die Waschmittelmenge für Härte zwei empfohlen. Der Fachverband für Gas und Wasser DVGW empfehle jedoch ab einer Wasserhärte von 19,8°dH eine Enthärtung. Darunter würde das Kesselshainer Wasserwerk auf jeden Fall fallen.

280 Kubikmeter Wasser je Stunde müssten behandelt werden. Dafür wird eine aufwendige Technik benötigt, außerdem müssten 400 bis 430 Kubikmeter Abwasser täglich entsorgt werden. Die dürften laut Fichtner voraussichtlich nicht direkt in die Eula eingeleitet werden sondern müssten zur Kläranlage nach Espenhain. Aus Baukosten, Abschreibungen und dem erwarteten Austausch von Verschleißteilen errechnen sich die jährlichen Betriebskosten, die mit 13 Cent für jeden aus Kesselshain kommenden Kubikmeter Trinkwasser zu Buche schlagen.

Gerechnet auf das gesamte Verbandsgebiet kommt ZBL-Geschäftsführer Michael Spitzner auf acht bis neun Cent. Der Härtegrad des Kesselshainer Wassers würde auf 13 bis 14 °dH und somit gerade noch in den Bereich zwei fallen.

Die schon bei der ersten Vorstellung des möglichen Projektes auf ganz unterschiedliche Reaktionen stießen. Verbandsrätin Brigitta Ast aus Borna, wo das harte Kesselshainer Wasser anliegt, forderte: „Wir sollten das schnellstmöglich umsetzen“ und markierte damit eine Seite des Meinungsspektrums. Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch vertrat die andere Seite und gab zu bedenken, die Kosten hätten alle zu tragen, auch dort, wo das Wasser nicht so hart ist und offenbarte ihre Sicht auf den Wert der Enthärtung mit den Worten: „Die Bürger hätten die Chance, etwas Waschmittel zu sparen.“

Ute Reuther, Verbandsrätin aus Kitzscher, wo ebenfalls hartes Kesselshainer Wasser anliegt, forderte das Solidarprinzip zu beachten und meinte, der Verband müsste jetzt nicht über Wasserenthärtung diskutieren, wenn er mehr Fernwasser beziehen würde.

Ein Teil der Kosten, auch das wurde in der Verbandsversammlung vom Ingenieurbüro Fichtner vorgetragen, könnte durch eine weitere Investition aufgefangen werden. Nämlich dann, wenn die 24 Jahre alte und zudem erheblich überdimensionierte Heizungsanlage für das Bürogebäude des Wasserwerkes erneuert würde. LVZ André Neumann

Veröffentlicht am 18.11.2016

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