Rötha

Die Gartenstadt Rötha

Rötha entstand aus einer slawischen Ansiedlung am rechten Ufer der Pleiße und an der alten Handelsstraße von Altenburg nach Leipzig.
Urkundlich erwähnt wurde es erstmals 1127. Die 1255 dem heiligen Georg gewidmete St. Georgenkirche und die 1518 als Wallfahrtsstätte geweihte Marienkirche prägen das Stadtbild bis heute.
Von 1592 bis 1945 befanden sich das Rittergut und das Schloss im Besitz der Freiherren von Friesen, die am Dresdner Hof hohe militärische und Staatsämter bekleideten.
Das im Jahre 1669 fertiggestellte Schloss zeichnete sich durch seine kunstvolle Ausstattung und eine wertvolle Bibliothek aus. Bis zu seiner Sprengung im Jahr 1969 existierte es genau 300 Jahre. Besondere Bedeutung kam dem Schloss durch seine Rolle in der sächsischen Politik 1813 zu. Während der Völkerschlacht bei Leipzig hatten die gegen Napoleon I. verbündeten Monarchen Kaiser Franz I. von Österreich, Zar Alexander I. und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen zwischen dem 16. und 19. Oktober des Jahres 1813 im Freiherrlich Friesenschen Schloss Rötha ihr Hauptquartier eingerichtet.
Für die beiden Kirchen stiftete Christian August Freiherr von Friesen 1718 und 1721 jeweils eine Orgel aus der sächsischen Werkstatt Gottfried Silbermanns, die bis in die Gegenwart Interpreten und Gäste aus Deutschland und der internationalen Musikwelt begeistern.
Mit der Übernahme des Rittergutes übernahmen die Friesen den zuvor von Mönchen begonnenen Weinanbau, den sie erweiterten und bald nicht mehr nur für den Eigenbedarf betrieben.
Wegen seiner bedeutenden Schafzucht erhielt Rötha im 17. Jahrhundert den Namen „Schafsrede“. In dieser Zeit entstand das Kürschnerhandwerk.
Der von den Friesens betriebene Obstanbau bescherte den Besitzern einen überreichen Obstsegen, für dessen Verarbeitung 1883 die Röthaer Großkelterei gegründet wurde. Nur wenige Jahre später öffnete 1888 die Obstweinschänke, die auch für viele Leipziger ein beliebtes Ausflugsziel wurde. In dieser Zeit erwarb sich Rötha auch den Ruf als „Perle der Pleißenaue“ und Gartenstadt.
Mit der Bodenreform und Enteignung der Friesen wurde 1945 das letzte Kapitel in der Geschichte des Schlosses aufgeschlagen, das 1969 mit seiner Sprengung endete.
Das 1910 errichtete Amtsgericht sowie Gefängnis wurden bis 1953 als solche genutzt. Während das Amtsgericht nach verschiedenen Zwischennutzungen ab 2009 saniert und zu einem Mehrgenerationenhaus mit Kinderkrippe, Stadtbibliothek und Ratssaal umgestaltet wurde, beherbergt das ehemalige Gefängnis das Heimatmuseum.
Weit nach außen sichtbares Wahrzeichen der Stadt ist der 1913 erbaute, 35 Meter hohe Wasserturm, der bis heute der Wasserversorgung dient und zurzeit saniert wird. Unmittelbar daneben befindet sich das 1926 errichtete Volkshaus mit Gaststätte und Veranstaltungssaal.
Am südlichen Stadtrand befindet sich der in den 1940iger Jahren gebaute Stausee, von dem man weiter südlich zum Kahnsdorfer und Hainer See und nach Nordwesten durch den Auenwald und über die Röthaer „Koppel“ zum ehemaligen Schlossareal und dem angrenzenden Schlosspark gelangt. Der Schlosspark wurde in den letzten Jahren nach historischen Unterlagen umgestaltet. Ein Schlossteich und mehr als einhundert Jahre alte Bäume laden hier zum Verweilen ein.
Seit dem 01.08.2015 gehören Espenhain und seine Ortsteile Mölbis, Oelzschau und Pötzschau zu Rötha, das nun rund 6.300 Einwohner zählt.
Rötha liegt an der Bundesstraße 95 und der im Bau befindlichen Autobahn 72. Aus dem einst bergbaulich geprägten Industrieraum zwischen Bitterfeld, Delitzsch, Leipzig und Borna entstand und entsteht ein Verbund aus Fließgewässern und Seen, die künftig rund 200 km schiffbare Gewässer umfassen werden.
All das – seine verkehrsgünstige Anbindung, die Nähe zur Großstadt Leipzig und die Lage mitten im Leipziger Neuseenland macht sowohl Kern-Rötha als auch seine ländlich geprägten Ortsteile als Wohnstandort attraktiv.

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