4. Open - Air Theaterspektakel im Schlosspark am 10. August

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4. Open - Air Theaterspektakel der Stadtraben    Plakat

 

am 10. August 2019 auf der Naturbühne Schlosspark Rötha Am Koppelweg

Dieses Jahr ist es wieder so weit.  Die Mitglieder der IG „Röthaer Stadtraben“ e.  V.  zeigen auf der Röthaer Naturbühne ein weiteres Stück aus der Röthaer Geschichte und seiner Umgebung. 

Diesmal gehen wir zurück bis in das Jahr 1508 und enden 1524, kurz vor Ende des Bauernkrieges. Wir greifen zurück auf geschichtliche Daten und Fakten und weben auch die zwei Sagen ein, die sich um den Bau der Marienkirche ranken. Wie jeder gelernt hat, Sagen sind dem Märchen und der Legende ähnlich, eine zunächst auf mündlicher Überlieferung basierende, kurze Erzählung von fantastischen, die Wirklichkeit übersteigenden, Ereignissen.

Aber es gab sie, die Ereignisse und in Ergebnis steht die St. Marienkirche hier in Rötha und birgt so manches Geheimnis dieser vergangenen 500 Jahre.

Der 500. Jahrestag der St. Marienkirche ist uns Anlass genug in unserem 4. Open-Air-Theaterspektakel das Stück über den: „Georg, im Kampf mit dem Drachen“ aufzuführen.

Ein ganz klein wenig möchte ich Sie neugierig machen und erzähle Ihnen den geschichtlichen und verbrieften Hintergrund. Das 16. Jahrhundert ist wieder ereignisreich für unsere Stadt.

Der heilige Birnbaum spielt für die Erbauung unserer Marienkirche eine große Rolle. Wo er gestanden hat, verrät uns der sogenannte "Leisniger Chronist". Er berichtet aus dem Jahre 1508:

„Ein groß Geläuffe erhebt sich nach Röthau zu einem Birnbaume, dem man vor heilig hält, und bauen die Nonnen eine Kirche dahin. „

An den heiligen Birnbaum knüpfen sich mehrere Sagen, die von Mund zu Mund Jahrhunderte hindurch überliefert worden sind.  Eine davon lautet:  ein Schäfer habe in einem Birnbaume das Bild der Mutter Maria erblickt und an der Rinde habe eines seiner kranken Schafe genagt, und es sei durch das Benagen der Rinde gesundgeworden.

Von der Wunderkraft des Birnbaumes habe der Schäfer den Nonnen eines Leipziger Klosters Kenntnis gegeben, und diese fromme Überlieferung löste Wallfahrten, und den von der Kirche erwarteten Geldsegen aus.  1508 wird der Bau der Marienkirche begonnen.  Der Bau der Marienkirche, von den Nonnen des Georgenklosters in Leipzig geplant und ursprünglich weit größer vorgesehen, wurde gegen 1520 vorzeitig beendet.  Warum ist nun dieser Bau nicht vollendet worden? Die dort einkommenden Spenden, die dem Kirchenbau zu Gute kommen sollten, verwaltete der vom Kloster eingesetzte Pfarrer von Rötha.  Er beteiligte den örtlichen Gerichtsherrn Wolf von Pflugk an den Einnahmen, der dafür vermutlich den Schutz der Wallfahrt übernahm. Zum Streit kam es jedoch mit dem Merseburger Bischof, in dessen Amtsgewalt die offizielle Bestätigung von Kult und Kapelle lag. Denn Bischof Thilo von Trotha verlangte ebenfalls einen Anteil der Opfereinnahmen und scheute nicht vor geistlichen Zwangsmitteln zurück, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen.

Als er Pflugk und den Pfarrer bannte und die Kapelle mit Interdikt belegte, trug der Gerichtsherr den Streit vor den Landesherrn. [1]

In   Analogie   zur   weltlichen   Herrschaftspraxis leitete Herzog Georg von Sachsen ein Schiedsverfahren ein. Nachdem er zuerst erwogen hatte, die Streitparteien am Rande der Leipziger Michaelismesse persönlich anzuhören, berief er eine Kommission, der ein weltlicher (Hans v. Werther, Amtmann von Weißenfels) und ein geistlicher (Abt Balthasar von Pforte) Rat des Landesherrn angehörten. [2]

Darauf verließ sich der Herzog nicht allein, sondern er beauftragte den Erfurter Kirchenrechtler Kanonist Dr.  Henning Göde.  Der auch im Falle Rötha in seinem Gutachten die bischöflichen Wünsche abgewiesen hat.

Und hier liegt eine weitere Sage zugrunde. Während die St. Marienkirche durch Frondienste der Tagelöhner gebaut wurde, kam ständig in der Nacht ein Drache, der die Gestalt eines Lindwurmes hatte, fiel über die in Bau befindliche St. Marienkirche her und stürze die neu errichteten Mauern um. Edle und mutige Ritter zogen nach Rötha um den Drachen zu besiegen. Keiner überlebte den Kampf und der Drache wütete weiter.

Erst der Ritter Georg schaffte es mit einer List den Drachen zu besiegen und der Bau der St. Marienkirche ging weiter.

Aus der wirklichen Geschichte wissen wir, dass der Landesfürst Georg von Sachsen den Streit zwischen dem Bischoff und dem Ritter von Pflugk sowie dem Röthaer Pfarrer nicht schlichten konnte. Der Streit endete 1514, als der Bischoff Thilo von Trotha verstarb.

In den Folgejahren stellte sich die Bürgerschaft, mit der katholischen Kirche schon lange unzufrieden, schnell mehrheitlich auf Luthers Seite und bekannte sich zu seinem Reformationswerk. Damit büßte der Katholizismus an Macht und Bedeutung ein. Bis in unser Städtchen mögen 1518 die ersten Wellen der Reformation geschlagen sein. In der Folgezeit flossen keine Gelder mehr für den Kirchenbau, und ohne Geld konnte man auch vor 500 Jahren nicht bauen. 

Um die halbfertige Kirche nutzbar zu machen, entschied man sich, den Bau durch eine Giebelwand abzuschließen. Dann brauste der Sturm des Bauernkriegs über das Land.  Der in Mölbis lebende Schankwirt, Kretzschmar Süßmund konnte das Elend der Tagelöhner nicht mehr ertragen.  Mutig führte er die Tagelöhner im Bauernkrieg an. Sein Mut musste er 1525 mit seinem Leben bezahlen. Nach der verlorenen Schlacht bei Bad Frankenhausen wurde er mit anderen öffentlich auf dem Marktplatz zu Altenburg hingerichtet.

Na? Habe ich Sie etwas neugierig gemacht? Dann freuen wir uns auf Ihren Besuch am 10. August 2019.

 

Wer will, kann seinen Klappstuhl mitbringen, für Getränke und Speisen ist gesorgt und schönes Wetter ist bestellt!

 

Parkmöglichkeit:

Parkplatz vom Amt für Landwirtschaft (Johann-Sebastian-Bach-Platz) möglich.

 

... und hier finden Sie noch viele Bilder und Informationen: www.roethaerstadtraben.jimdo.com

 

Kartenvorverkauf:

Reisebüro Gute-Laune-Reisen, August-Bebel-Str.5 in Rötha

 

Dieses Theaterspektakel wird unterstützt durch die LEADER Förderung 2014-2020 Südraum Leipzig, wofür wir uns herzlich bedanken.

Gabriele Richter                 IG „Röthaer Stadtraben“ e. V.

 

 

[1] Christoph Volkmar, Reform statt Reformation, Bd.41, Kirchenpolitik Herzog Georgs ... 1488-1525, Gießen 2002, S. 352f.

Vergl.  Brief Herzog Georgs an Bischof Thilo von Merseburg, Schellenberg, 14. Sept. 1509, Cop.111, Bl.17 a-b.

[2] Christoph Volkmar, Reform statt Reformation, Bd.41, aaO., Gießen 2002, S. 352f.

Vergl.  Brief Georgs an Werthern, 1509, Cop.  110, Bl.  239; teileditiert Clemen, Wallfahrtsorte. 190.

. „

 

Veröffentlicht am 21.06.2019

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