A-72-Baustelle: Verkehrsführung ändert sich ab Mitte Juli

A-72-Baustelle: Verkehrsführung ändert sich ab Mitte Juli

Fahrbahnen der Anschlussstelle Zwenkau sind schon zu erkennen / Besondere Bedingungen sorgen dafür, dass Bau noch Jahre dauert

Rötha. Zwei besondere Bedingungen sind es, die den Bau des letzten Abschnittes der A 72 so aufwändig und langwierig machen, dass der Bau aus jetziger Sicht bis ins Jahr 2026 dauern wird. Erstens: Diese letzten nur rund sieben Kilometer verlaufen zum größten Teil über verkipptes Tagebaugelände. Deswegen muss der Boden verdichtet werden. Das kostet viel Zeit.

Zweitens: Die Autobahn verläuft großteils auf der Trasse der jetzigen B 95. Der Verkehr soll bis zum Abschluss der Bauarbeiten fließen, sogar möglichst vierspurig. Das erfordert halbseitiges Bauen, immer wieder Wechsel der Baufelder und Änderungen der Verkehrsführung inklusive des Baus provisorischer Straßen.

Letzteres steht demnächst bevor, kündigte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) jetzt bei einer Befahrung der Baustelle für Medienvertreter an. Zurzeit rollt der Autoverkehr zwischen Rötha und der provisorischen Verkehrsführung bei Böhlen und dem Knoten mit der B 2 auf der Richtungsfahrbahn Chemnitz der B 95.

Verkehrsführung ändert sich voraussichtlich Mitte Juli

Voraussichtlich ab Mitte Juli soll der Verkehr auf die andere Seite umgelegt werden. Dazu werden die provisorische Anbindung der S 72 an die B 95 und die Umfahrung des Baufeldes der künftigen Anschlussstelle über einen schon aufgeschütteten Fahrbahndamm der künftigen A 72 hinweg verlängert. Dazu wird der aufgeschnitten und die stählerne Spundwand durchtrennt.

Dann werden Autofahrer im Vorbeifahren erstmals einen flüchtigen Blick auf das erhaschen können, was in den zurückliegenden Monaten hinter der eisernen Wand und den Erdhaufen geschehen ist. All zu viel Zeit sollten sie fürs Schauen aber nicht verwenden. Denn die schmalen Fahrbahnen der provisorischen Verkehrsführung haben sich als unfallträchtig erwiesen und erfordern Konzentration.

Das Gebiet hinter dem Sichtschutz gleicht nach dem Groberdabau, so die Bezeichnung für den bisherigen Auftrag, einer Mondlandschaft mit verschlängelten Wegen. Mit dem Erdreich, welches für den Einschnitt durch das Röthaer Holz dort abgebaggert wurde, sind hier die Dämme so gut wie aller Fahrbahnen der künftigen Anschlussstelle – Auffahrten, Abfahrten, Brückenrampen – aufgeschüttet worden. Von oben betrachtet ein etwas verkorkstes Kleeblatt oder eine misslungene Brezel.   vollständiger Artikel von André Neumann der LVZ vom 25.06.2020

Veröffentlicht am 06.07.2020

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