A 72 zwischen Borna und Rötha jetzt in beiden Richtungen frei

A 72 zwischen Borna und Rötha jetzt in beiden Richtungen frei 9,5 Kilometer langes Stück fertig

/ 144 Millionen Euro Baukosten / Kilometerlange Staus in Espenhain

Von Kathrin Haase LVZ v. 17.10.2019

Borna. Ein paar Fahrminuten rücken Borna und Rötha jetzt enger zusammen: Mit der Freigabe eines weiteren Teilstückes der A72 auf der Richtungsfahrbahn Leipzig sind die Städte nun auf direktem Wege verbunden. Das heißt: Tempo 130 statt bisher 70 oder 50 durch die Ortschaften. Seit Anfang August rollt bereits auf der Gegenfahrbahn in Richtung Chemnitz der Verkehr und seit gestern kacheln nun auch Autos und Brummis über den Asphalt nach Leipzig. „Espenhain und Kesselshain sind die deutlichen Gewinner der Autobahn, dort wird es ruhiger“, prognostiziert der verantwortliche Bauleiter Stephan Kutz von der Papenburg AG. „Die eingesparte Fahrtzeit ist zwar nicht der Brüller, aber die Verkehrsentlastung für die Orte ist enorm. Kesselshain plant immerhin schon ein neues Wohngebiet.“

Die Öffnung der Fahrbahn Richtung Leipzig ist bau- und sicherheitstechnisch ein Kraftakt. Isabell Pfeiffer vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr wirbt deshalb um Verständnis: „Für die Öffnung und Anbindung ist erheblich mehr Aufwand erforderlich, als Anfang August in der anderen Richtung. Deshalb kann es zu Behinderungen kommen.“ Bis zuletzt müsse etwa an der Fahrbahnmarkierung und Beschilderung gearbeitet werden. „Wir machen rundum alles noch ein bisschen hübsch, dann kann es losgehen“, freute sich Stephan Kutz auf den historischen Moment und macht gedanklich ein Häkchen hinter das ehrgeizige Projekt. „Unser offizielles Bauziel September 2020 haben wir deutlich unterschritten und darauf können wir stolz sein.“

Das 9,5 Kilometer lange Teilstück verschlang laut Landesamt annähernd 144 Millionen Euro.  Punkt 9.09 Uhr rollten gestern an der Anschlussstelle Rötha die ersten Autos auf den nahtlosen Übergang von der A72 zur B95 nach Leipzig.

Im Laufe des Tages wurden dann auch die Anschlussstellen Espenhain und Borna-Nord freigegeben. „Wir machen auf und legen sukzessive alles Weiße frei“, sagt Stephan Kutz im Fachjargon und meint damit die weißen Fahrbahnmarkierungen. Dass die Freigabe nicht ohne Verzögerungen abläuft, hatte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr geahnt. In Espenhain staute sich um die Mittagszeit der Verkehr kilometerlang, die Grünphase der Ampel brachte Autofahrer zur Weißglut. Auch in Borna wurden lange Staus gemeldet. „Unser Ziel ist es, bis zum Abend mit der Freigabe fertig zu sein“, so der Bauleiter. „Dann rollt der Verkehr zwischen Borna und Rötha in beide Richtungen.“

Der letzte Abschnitt zwischen Rötha und der A38 befindet sich im Bau. Er soll Ende 2026 fertiggestellt werden und wird etwa 230 Millionen Euro kosten. Ein Großteil der sieben Kilometer langen Strecke verläuft über früherem Tagebaugelände und muss aufwendig verdichtet und stabilisiert werden. Die Bundesstraße 95 südlich der B176 wird in den nächsten Monaten zu einer Anliegerstraße für den Ortsteil Kesselshain zurückgebaut. Zudem wird die vierspurige Straße zwischen Borna und Rötha auf zwei Streifen begrenzt und erhält einen Radweg. Die Bauzeit hierfür wird noch einmal ein Jahr dauern. Dann wird aus der einstigen Bundesstraße ab dem südlichen Endpunkt an der B 176 in Kesselshain bis Rötha die Staatsstraße S 242.

 

 

 

 

Veröffentlicht am 11.11.2019

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