Neue Linie verbindet Ortsteile

Landratsamt bessert rund um Rötha nach: Neue Linie verbindet Ortsteile

Behörde und Busunternehmen stellten in Mölbis überarbeitete Pläne vor.

Im Sommer 2019 soll der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im südlichen Leipziger Neuseenland mit neuem Konzept und neuen Linien an den Start gehen. Das sagte Ines Lüpfert, zweite Beigeordnete im Landkreis Leipzig, am Dienstag auf einer Bürgerinformationsveranstaltung in Mölbis.

Mitarbeiter des Landratsamtes und der beteiligen Busunternehmen Regionalbus Leipzig und Thüsac erläuterten Anwohnern, wie, wann und wo künftig Busse fahren sollen. Dass das in dem Röthaer Ortsteil Mölbis stattfand, hatte einen einfachen Grund: Als das Landratsamt das neue Konzept für den Südraum vorgestellt und zur Diskussion gestellt hatte, löste es hier „eine Welle der Empörung“ aus, wie Bürgermeister Stephan Eichhorn rückblickend sagte.

Besonders Einwohner von Pötzschau, Oelzschau, Kömmlitz und Espenhain sahen sich durch die Pläne abgehängt. Busfahrten von den Ortsteilen nach Espenhain und Rötha hätten mit Umsteigen über Kitzscher führen sollen, andererseits wären die Verbindungen in Richtung Leipzig umständlich geworden.

Das Landratsamt und die Nahverkehrsunternehmen haben auf die über 300 Hinweise, Eingaben und Proteste reagiert, von denen über die Hälfte aus der Röthaer Region kam. Angeschoben hatte das unter anderem der Elternrat der Espenhainer Grundschule.

Nach zweistündiger Informationsveranstaltung in der Mölbiser Orangerie ist klar: Behörde und Unternehmen haben die Hinweise ernst genommen und nachgebessert, es gibt aber aus Sicht der Betroffenen Potenzial, den ÖPNV noch attraktiver zu machen.

An den zwei Knackpunkten des früheren Konzeptes wurde nachjustiert: Eine neue Linie 275 wird alle Röthaer Ortsteile mit Rötha verbinden. Und die für viele wichtige Linie 141, die den Südraum mit Leipzig verknüpft, bedient weiterhin die Ortsteile. Das sah im früheren Konzept anders aus. Ob das aber reicht, Ortsteilbewohner vom Auto auf den öffentlichen Personennahverkehr zu lenken? Jens Dittrich aus Pötzschau, einer der Wortführer der Proteste (er selbst spricht lieber von Hinweisen) aus den Ortsteilen, ist nicht der einzige, der das Auto gern stehen lassen würde, auch auf dem Weg zur Arbeit. Doch Arbeitszeit, sagt er, „ist nicht nur von 8 bis 15 Uhr“. Eine Frau aus Oelzschau ließ sich vorrechnen, wann sie am Morgen aufbrechen müsste, um spätesten kurz nach sieben in Böhlen die S-Bahn nach Leipzig zu bekommen. Vor sechs Uhr, dann umsteigen und warten in Espenhain und Rötha. Fast eine Stunde bis Böhlen. Wünschenswert, und damit war die Frau nicht allein, sei eine direkte Linie bis zum Bahnhaltepunkt in Böhlen.

Für die Röthaer Ortsteile kommt alternativ auch der Bahnhaltepunkt in Belgershain in Frage. Dort aber, das räumten Mitarbeiter des Landratsamtes ein, reiche der Platz nicht zum Halten für die Busse.

Die Dörferlinie 275 wird bei genauerem Hinsehen zunächst nur eine begrenzte Zielgruppe haben: „Senioren“, bekannte Iris Bode vom Landratsamt. Ein Bus auf dieser Linie soll vorerst nur zweimal nach Rötha und zurück am Vormittag fahren. Gut drei Stunden in Rötha reichen für Arztbesuche, Sparkassenbus und ein paar Einkäufe. Mehr nicht. Wer später zurück will, muss mit Umsteigen über Kitzscher fahren.

Mehr geht auch nicht, deutet Iris Bode an. Die Linie könne eingeführt werden, weil nach dem morgendlichen Schülerverkehr gerade Busse frei sind. Zu den Zwängen des Landratsamtes und der Unternehmen gehört auch der Blick auf die Kosten und die verfügbaren Fahrer. Auf die Frage von Jens Dittrich, ob die 275 später auch häufiger fahren wird, hatten Iris Bode und Thüsac-Chefin Tatjana Bonert noch keine Antwort.

Dorothea Hoffmann aus Oelzschau, die wie Dittrich zu den Initiatoren der Proteste gehörte, ist am Ende froh, dass zugehört und reagiert wurde. Es sei klar, dass nicht jeder Wunsch berücksichtigt werden könne. Im Bereich des Schülerverkehrs, der der mehrfachen Mutter besonders wichtig ist, sei die Beförderung zu den Grundschulen nicht das Problem. Schwieriger werde es, wenn Schulen besucht werden sollen, die nicht so nah sind.

An dieser Stelle bremst Martina Stenker vom Landratsamt allerdings die Erwartungen. Zwar gebe es das Recht auf freie Wahl der Schule. Die öffentliche Hand könne aber nicht den Transport aus jedem Ort in jede denkbare Schule finanzieren. Man versuche einiges, Anspruch bestehe aber nur auf Schülerverkehr zur nächstgelegenen Schule einer Schulform.

Das neue Konzept, ohnehin eine auf drei Jahre angelegte Testphase, sei nicht in Stein gemeißelt, sagte Beigeordnete Ines Lüpfert. Weitere Nachjustierungen sind also offenbar nicht ausgeschlossen. Bis Sommer 2019 „haben wir ja noch etwas Zeit“, so die Beigeordnete, André Neumann LVZ 06.12.2018

Veröffentlicht am 07.12.2018

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